Die Plattform hallerNet
Die Editions- und Forschungsplattform hallerNet wurde im Auftrag der Albrecht von Haller-Stiftung entwickelt als Kooperationsprojekt haller online (2016-2019) in enger Zusammenarbeit zwischen der Universität Bern und dem Cologne Center for eHumanities CCeH .
hallerNet verbindet mehrere Sammlungen aus der Übergangszeit zwischen 1700 und 1850 miteinander, die
- ihren räumlichen Ausgangspunkt in der Schweiz haben
- inhaltlich zueinander in Bezug stehen
- sich in ihrem Personal überschneiden
- zu wesentlichen Teilen aus gelehrten Wissensbeständen bestehen.
hallerNet hat eine gemeinsame Mitte in zwei grundlegenden Prozessen:
- Transformation der frühneuzeitlichen République des Lettres in die moderne Scientific Community
- Ausdifferenzierung der Naturgeschichte zu den modernen Fachdisziplinen
hallerNet integriert die umfangreichen prosopografischen und bibliografischen Metadaten, die in Form einer relationalen Verbunddatenbank (software FAUST) seit anfangs der 1990er-Jahre im Rahmen von zwei SNF-Projekten erhoben wurden (siehe Stuber 1999; Steinke 2003; Flückiger/Stuber 2009):
- Albrecht von Haller und die Gelehrtenrepublik des 18. Jahrhunderts (1991–2003), in Kooperation mit der Burgerbibliothek Bern ; Leitung: Urs Boschung, Institut für Medizingeschichte der Universität Bern
- Nützliche Wissenschaft, Naturaneignung und Politik. Die Oekonomische Gesellschaft Bern im europäischen Kontext (2004-2011); Leitung: André Holenstein, Christian Pfister: Historisches Institut der Universität Bern
Bemerkenswert ist dabei die Tiefe der Metadatenerschliessung, die beispielsweise nicht nur biografische Eckdaten wie Geburts-/Sterbedatum und -ort oder die Hauptbeschäftigung umfasst, sondern die Ausbildungsstationen, Reiseziele, Ämter und Mitgliedschaften usw. einbezieht und auch das Beziehungsnetz (Verwandte, Briefpartner) soweit möglich erfasst. Während die prosopografische Erhebung weitgehend auf biografischen Werken sowie auf edierten Universitätsmatrikeln und Mitgliederlisten von Akademien und Sozietäten basiert (siehe Repertorium), stützen sich die bibliografischen Daten v.a. auf zwei autoptisch erarbeitete Grundlagenwerke (Monti 1983-1994, Steinke/Profos 2004).
HallerNet verküpft diese Metadaten zu rund 48'000 Publikationen, 25'000 Personen, 20'000 Briefen, 3'000 Orten, 2'900 Pflanzenarten, 1'000 Versammlungen und 850 Institutionen systematisch mit digitalen Editionen, was
- die Auszeichnung von Personen, Publikationen, Orten und Institutionen erleichtert
- die Gewinnung von Forschungsdaten für Visualisierungen ermöglicht (Netzwerke, räumliche Analysen).
Dokumentation
Die Dokumentation zu den verschiedenen Bereichen wird laufend aktualisiert und publiziert:
Trägerschaft
Albrecht von Haller-Stiftung, Datenbankausschuss- Christophe v. Werdt (Präsident der Albrecht von Haller-Stiftung )
- André Holenstein (Historisches Institut der Universität Bern)
- Hubert Steinke (Institut für Medizingeschichte der Universität Bern)
- Oliver Lubrich (Institut für Germanistik)
- Claudia Engler (Burgerbibliothek Bern)
- Martin Stuber (Historisches Institut)
- Christian Forney (Historisches Institut)
Entwicklung der Plattform (2016-2019, haller online)
Das 2016 bis 2019 im Auftrag der Albrecht von Haller-Stiftung in enger Kooperation zwischen der Universität Bern und dem Cologne Center for eHumanities CCeH realisierte Transformationsprojekt haller online (Kreditvolumen 1.18 Mio CHF) überführte die umfangreichen und vielfältig untereinander verknüpften Daten aus der alten FAUST-Datenbank in eine TEI-konforme XML-Datenstruktur. Zudem wurde eine digitale Editionsumgebung entwickelt, welche die im SNF-Projekt bis 2023 vorgesehenen umfangreichen digitalen Editionen integrieren kann.
Finanzierung- Burgergemeinde Bern
- Universität Bern
- Lotteriefonds des Kantons Bern
- Albrecht von Haller-Stiftung der Burgergemeinde Bern
- Heinz Rohner (Datenmigration/Reportingsystem)
- Christian Forney (Editions-Prototypen/Digitalisierung/Visualisierung)
- Luc Lienhard (Botanische Daten)
- Raphael Germann (Datenpflege/Editions-Prototypen/Transkriptionen)
- Janik Hug (Datenpflege/Editions-Prototypen)
- Judith Neuenschwander (Datenpflege/Frontend/Usability)
- Remo Stämpfli (Datenpflege/Editions-Prototypen)
- Therese Dudan (Sekretariat)
- Arjan Dhupia (Leiter Frontendentwicklung)
- Andreas Mertgens (Arbeitsumgebung/Editions-Prototypen)
- Antonio Rojas Castro (Datenmodellierung und -transformation/ Editions-Prototypen)
- Bernhard Strecker (Beratung Anwendungsarchitektur)
- Sebastian Zimmer (Frontendfunktionalitäten)
- Nils Geissler (Bildmetadaten)
- Jan Bigalke (Frontendfunktionalitäten)
- Franz Fischer (Beratung)
- Martina Gödel (textloop , Hamburg)