M. hg. hr. höchstangenehmes vom 23. passato habe zu grössten/ freuden samt einschlüßen erhalten, daraus ersehen, wie so geneigt/ Er meinem vorhaben hülfe zu leisten, welches
gewißlich anders nichts ist,/ als in auffsuchung und auflegung der so erstaunliche ia unglaublichen/ bergwunderen der pundterlandts Gott den Schöpfer derselben nach/ anleitung
viler passages H. Schrifft zu preisen, und durch communication/ derselben auch den nächsten zu einer so schuldigen lobpreisung Gottes auf-/munteren.
Unter Übersendte observata bittewerde fleißig unter M. hg./ hr. namen einzeichnen und zu seiner
zeit, wann es Gott gefällt,/ eines so grossen erforschers des vatterlands Natur rümlich gedanken./ Ad quæst. 59. bitte etwann speciatim namhaft zu machen die höchsten/
waßerfälle, mit assignierung der gemäßenen höhe, so es möglich,/ welches aber etwann selber datâ occasione mit Instrumentis Geometricis/ werde in mein Itinere curioso
verrichten. Ad quæst. 66. und 67. auch/ nominatim zu speficiren die fontes periodicas mit ordentlicher meldung/ der zeit wann sie auffhören, und wider zurück kommen. ad quest.
73./ den bericht von einem Schwefelbrunnen bitte nit inn vergessenheit zu/ stellen so auch ad quæst. 131. den bericht von confection des Terpentins/ widerum von dem Fidriser und Alvaneuer baadwasser. sonderbar/ auch nit zuvergessen der bedenklichen geschicht eines trachen, und solche in allen/
ihren umbständen zu communicieren. Über diß alles bitte ins besondere auch zu vigiliren auf
allerhand Lapides, metalla, und mineralia. von denen/ pyritis cubicis so ad fontes Rhêni
anterioris gefunden werden, habe schon von/ Exc[ellenz] hr. Valkenir eine
zimliche copiam zu meiner vernügung erhalten, es/ findet sich aber ein anderes pyrita bei Soglio von 12 ecken, den/ die einwohner Pietra di Dair heißen, und der Ehrw. Hr. Pfarrer/ Picenino zu communicieren versprochen, aber bis dahin nit geleistet hat./ von folgenden Marmoribus möchte
sehr gern stücken haben von zim-/licher größe, damit aus ihnen cubos poliren könne von 1 ½ bis 2 zollen./ Marmor nigrum, in contractu oppidi Tiranni apud Volturenos,
so/ stehen beÿ Wagner Helv. Cur. p.
314. Marmor carnei coloris beÿ/ Poschiavo {mehreckstein mir nit bekant}. Also was
curiosos zu handen komt von crystallis, bitte/ mir zukommen zu laßen. Ich bitte deemüthig umb vergebung, das/ so frey bin im forderen, es treibet die hardiesse auff eine
gleichsam/ feinwage ia unauslöschliche begird zu der Historia Naturali. Je/ mehr M. hg. hr. wird communiciren, ie mehr wird er mich obligiren und zu/ allen möglichen
gegendiensten obstringiren, wie diß <--> die aufflegung letst gegebener commission eine occasion were gewesen/ Ihme zu
dienen, wann nur die sach in meinem vermögen were ge-/standen. Kaum möchte ich das Schreiben erhalten, so begabe mich hin/ zu hr. Burgermr. Meÿer, und morgenden tags widerum das zweÿte mahl,/ umb eine gnädige connivenz
zuerhalten, das übersendte bögen/ möchten grundig getrukt werden, könte es aber nit zuwegen bringen/ aus
folgenden gründen. 1. Seÿen freilich groß und einem ganzen Schwei-/zerland
sonderlich unserer Religion nachtheilig die dißmalige factionen,/ rupturen, sclavereÿ, etc. und were zu wünschen das daß gegenwertige möchte/ beÿgelegt, und ein größeres unheil
verhütet werden. 2. seÿe freilich zu/ loben M. hg. hr. Eidt. und pundtgenößischer vatterländischer Eifer, und/ welcher allein, so er innert den
schranken bleibe, Ihne von Gott und der welt/ genugsam excusire, es möge gehen wie es immer wolle; und were zu wünschen, das andere hr. Patres und Fratres auch einen gleichen
fervor/ bezeugten. 3. seÿe wol zugewahren, das solche verbässerungen/ eines in gefahr und dissolution stehenden standes nit könne getrieben/ werden von einem allein, und
sonderbar nit von einem hr. Pastore,/ deme zwahr obligt auch in gemein zusorgen vor, das gemeine beste des/ vatterlands, ins besonder aber seiner anvertrawten gemeind
zeitliches/ und ewiges heil vor befohlen zu haben. 4. könten dergleichen entreprises,/ die Mh. hg. hr. vorhat, ob sie wol an sich selbs loblich, redlich und/ vatterländisch beÿ
dergleichen conjuncturen zu übelem end, ia zu un-/glück des compromissen selbs ausschlagen 5. Seÿe der status politicus/ gemeiner Lobl. 3. pundten denen diß fahls oblige vor die ruw des/ vatterlands zusorgen, und durch heilsame uninteressirte rathschläg
ent-/weders selbs ein wankendes land zu unterstuzen, oder die vermitt-/lung suchen beÿ verbündeten potenzen. 6. wann auch diser weltliche/ Stand selbs intrigirt were, und aus
disen oder iennen ursachen gleichsam/ lieber wolte mit offenen augen dem untergang des lands zusehen, als/ durch zwischen kraft frembder verbündeter orthen helfen zu laßen, so/
seÿe ein ministerium verpflichtet die armen Seelen ihrer anvertrauten/ herden nit so mit blinden augen und läßen händen zu übergeben dem raub der feinden, oder aufopferen zu laßen dem caprice der großen/ des lands, sonder vor selbige wachen sorgen, ia ein es könne die gefahr und/ elenden zustand vorstellen ein denen verbündeten Ständen; diß aber müße/ geschehen junctis viribus
totius Ministerij. Sonst könte und würde man nicht/ ungeladen kommen: Ja es sein vil unter uns, die sich verwunderen, das/ beÿ so gestalten sachen die vermittlung der beiden
Ständen Zürich und Bern/ von gemeinen Lob[lichen] 3. pündten noch nit seye gesucht wor oder effectuirt/ worden,
da man dahin persuasion sehe, diß müße droben bereits/ beschloßen worden sein. 7. Könne man nit wol permittiren, daß/ dergleichen Schrifften allhier getrukt wurden, umb böser
consequenzen/ willen, so etwann daraus möchten entstehen; wie oben bereits zum theil/ angedeutet. Ich bitte indeß, den obersten Regenten Himmels und/ der Erden, daß Er selbs
vor sich wache, und die causas secundas/ alle also dirigire, daß sie müßen operiren zu Seiner hohen ehre,/ zu preisung seines allerheiligsten Namens, zu gemeiner ruw des /
vatterlands etc. Sende hiebeÿ 8 Exemplaria von meiner Epistola/ invitatoria, 4.
teutsche, und 4. Lateinische, umb solche anderen hr. curiosis/ zu communiciren, nebst insinuation des fleißes, wann mehrere desiderirt/ werden, so bitte mir zu befehlen.
widerum sende zugleich die zweÿ/ aufgesezte Schreiben, mit vermelden, das solche niemand anders als/ gedachten hr. Burgermr sein gezeiget communicirt worden. verbleibe sonsten/ nebst herzl[icher]. empfehlung in des höchsten Schuz.