"Lettres des Grisons": Wissenschaft, Religion und Diplomatie in der Korrespondenz von Johann Jakob Scheuchzer. Eine Edition ausgewählter Schweizer Briefe (1695–1731)
ed. von Simona Boscani Leoni, République des Lettres 2019

Biographische Angaben

Johannes Christian Leonhardi (1651–1725) war reformierter Pfarrer in Graubünden und Schriftsteller. Seit 1671 studierte er in Zürich (an der Schola Tigurina) und ab 1673 Theologie und Philosophie in Basel. Ab 1674 wurde er in die evangelisch-rätische Synode aufgenommen; seit 1679 war er als Pfarrer in Filisur (Graubünden) tätig. Im 1693-1694 arbeitete er als Feldprediger im Bündner Regiment Capol in den Niederlanden. Dank seiner dortigen Verbindungen versuchte er Unterstützung für die reformierten Prädikanten in den Drei Bünden zu gewinnen sowie eine Wiederzulassung der reformierten Konfession in Veltlin zu erreichen, die durch das Mailänder Kapitulat von 1639 verboten worden war. Erfolglos diente er mehrmals als Bote zwischen der Synode in Graubünden und den niederländischen Generalstaaten. Zwischen 1694 und 1696 hatte er die Pfarrei in Tschiertschen-Praden (im Tal Schanfigg) und zwischen 1696-1704 jene in Nufenen (im Rheinwald) inne. Seine geistliche Tätigkeit setzte er in der Gemeinde Trimmis (ab 1704) und von 1714 bis seinen Tod in Präz am Heinzenberg fort. Als politischer Theologe verteidigte mit Eifer die Interessen der reformierten Kirche, indem er die Kontakte des reformierten Teils des Freistaates der Drei Bünde mit den Niederlanden und England zu verstärken versuchte. Für seine Heimat suchte er in England und in Holland vor allem Unterstützung in der Veltliner Sache, wobei er Vermittlung bei der Anwerbung von Truppen anbot. Am 14. Oktober 1703 führte eine von ihm gehaltene Predigt in Davos fast zu einem bewaffneten Konflikt. Ihr Thema war die Rolle des Zehngerichtenbundes (ein der drei Bünde, der die Freistaat Graubünden bildete) im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714). Er veröffentlichte zwei Schriften gegen die Solddienste in Frankreich (Theologischer treugemeinter Püntnerischer Aufwecker, 1689 und Christliche Kriegsbüchlein, 1694). 1704 erschien in London seine Brevis Descriptio Liberae [...] Rhaetiae Republicae und 1711 – anlässlich seiner zweiten Mission - liess er dort sein Werk Account of the Grisons (Beschreibung des Freistaats der Drei Bünde) drucken.

Briefwechsel mit Scheuchzer

  • Zeitraum: 1699-1711
  • Umfang nach Steiger (1933), S. 61: Briefe: 278 (69)
  • Standort: Die Briefe von Leonhardi sind in der ZB Zürich Ms H 327 enthalten.

Scheuchzer an Leonhardi, 20.11.1699

Wie ich schon längsten in meinem gmuth versich æstimirt habe Ihre/ gelehrte, so sonderbar gerichtett ist zu der Ehre des grossen Gottes, und/ zu nuz des Nächsten, also habe mich auch längstens versicheret Ihrer geneigtwilligkeit mir in meinem dessein von der Historia Helvetiæ Na-/turali beÿzustehen. In diser hofnung aberum bin noch mehr bekräf-/tiget worden aus Einschlus an her[rn] Simler gesandt, in deme M./ hg. hr. verhe tröstliche verheissungen macht über etliche Quæstiones/ eclaircissements zu senden. Bitte deswegen nit nur über ein, sondern/ alle bedeutete numeros Ihre gelehrte observationes ein zu senden,/ nebst der Hydraulica di Giov. Battista de Burgo, und mir zu ver-/deuten, ia zu befehlen, wie darvor mich danckbar erzeigen, und/ mit reciprocirlichen diensten auf warten könne. Wie ich dann/ versichere, das nebst herzlicher empfehlung in des hochsten schuz/ verbleibe

ID 18054

Leonhardi an Scheuchzer, 03.12.1699 Leonhardi an Scheuchzer, 23.11.1699 Leonhardi an Scheuchzer, 23.11.1699

Hoffe, Mhghr: D.r habe mein schreiben vom 20. dises und/ die Hydraulicam wol erhalten – nach deren versendung,/ habe beÿligende einfaltige observationes in eÿl abgesezt- und/ bitte mich nicht inter doctos, sed inter docendos zu rechnen, nam/ probè novi, et ingenuè fateor, quod curta sit mihi suppellex: doch/ muß auch der fuß das seinige thun; und der nur einen/ talent empfangen hatt auch rechenschafft geben; hiermit befleisse/ ich mich auch, best möglichkeit, meines Gottes ehre, seiner Kirchen/ erbauwung, meines Vatterlands erhaltung, und meines nächsten/ nutzen zu fürderen; darzu der Höchste seinen segen gebe./ Nun brauche ich die confidenz Mhghr: Dri unseren gefehrlichen/ zustand mit der communicierung beÿligender 2. halben bögen zu be-/deuten; und ihn demüthigist, umb Gottes willen, zu bitten, daß/ er mir doch die favor, und unserem Stand den dienst erzeige/ und soliche 2. halbe bogen, à parte, einen in ein, und deren anderen in einer/ andere truckeraÿ, biß am Sambstag daß der bott verreiset, sauber/ und correct, wo es immer möglich, vom jeder gattung doch 3. oder 400./ exemplaria (wenn nicht mehr seÿn können) auff gemeinen truckspapÿr,/ mit vertraulicher beÿhülff des hr: Praecep.ris Reutlingeri junioris;/ ohne benamsung der orts noch der truckers, trucken zu lassen, und/ mir durch den botten alle, woleingemacht und versiglet (zu Chur ihr/ wolEhrw.: hr: M. Petro Schucano, in der überschrifft recommendir[en]/ zu zu senden wolle[)]: Was es kostet wil ich gerne zu danck bezahlen/ und dise favor in keine vergessenheit stellen. Hoffete ihr wsht./ und gnaden hr: Burgermst: Mejer wurden auch hierzu conniviren -/ nam res non patitur lenta consilia – Periculum est in mora -/ Gott wache für uns! Er segne, erhalte, stärke, und behüte all/ die jenige die es gut meinen!

ID 18055
1
Briefbeilage(n)

Scheuchzer an Leonhardi, 13.12.1699

M. hg. hr. höchstangenehmes vom 23. passato habe zu grössten/ freuden samt einschlüßen erhalten, daraus ersehen, wie so geneigt/ Er meinem vorhaben hülfe zu leisten, welches gewißlich anders nichts ist,/ als in auffsuchung und auflegung der so erstaunliche ia unglaublichen/ bergwunderen der pundterlandts Gott den Schöpfer derselben nach/ anleitung viler passages H. Schrifft zu preisen, und durch communication/ derselben auch den nächsten zu einer so schuldigen lobpreisung Gottes auf-/munteren. Unter Übersendte observata bittewerde fleißig unter M. hg./ hr. namen einzeichnen und zu seiner zeit, wann es Gott gefällt,/ eines so grossen erforschers des vatterlands Natur rümlich gedanken./ Ad quæst. 59. bitte etwann speciatim namhaft zu machen die höchsten/ waßerfälle, mit assignierung der gemäßenen höhe, so es möglich,/ welches aber etwann selber datâ occasione mit Instrumentis Geometricis/ werde in mein Itinere curioso verrichten. Ad quæst. 66. und 67. auch/ nominatim zu speficiren die fontes periodicas mit ordentlicher meldung/ der zeit wann sie auffhören, und wider zurück kommen. ad quest. 73./ den bericht von einem Schwefelbrunnen bitte nit inn vergessenheit zu/ stellen so auch ad quæst. 131. den bericht von confection des Terpentins/ widerum von dem Fidriser und Alvaneuer baadwasser. sonderbar/ auch nit zuvergessen der bedenklichen geschicht eines trachen, und solche in allen/ ihren umbständen zu communicieren. Über diß alles bitte ins besondere auch zu vigiliren auf allerhand Lapides, metalla, und mineralia. von denen/ pyritis cubicis so ad fontes Rhêni anterioris gefunden werden, habe schon von/ Exc[ellenz] hr. Valkenir eine zimliche copiam zu meiner vernügung erhalten, es/ findet sich aber ein anderes pyrita bei Soglio von 12 ecken, den/ die einwohner Pietra di Dair heißen, und der Ehrw. Hr. Pfarrer/ Picenino zu communicieren versprochen, aber bis dahin nit geleistet hat./ von folgenden Marmoribus möchte sehr gern stücken haben von zim-/licher größe, damit aus ihnen cubos poliren könne von 1 ½ bis 2 zollen./ Marmor nigrum, in contractu oppidi Tiranni apud Volturenos, so/ stehen beÿ Wagner Helv. Cur. p. 314. Marmor carnei coloris beÿ/ Poschiavo {mehreckstein mir nit bekant}. Also was curiosos zu handen komt von crystallis, bitte/ mir zukommen zu laßen. Ich bitte deemüthig umb vergebung, das/ so frey bin im forderen, es treibet die hardiesse auff eine gleichsam/ feinwage ia unauslöschliche begird zu der Historia Naturali. Je/ mehr M. hg. hr. wird communiciren, ie mehr wird er mich obligiren und zu/ allen möglichen gegendiensten obstringiren, wie diß <--> die aufflegung letst gegebener commission eine occasion were gewesen/ Ihme zu dienen, wann nur die sach in meinem vermögen were ge-/standen. Kaum möchte ich das Schreiben erhalten, so begabe mich hin/ zu hr. Burgermr. Meÿer, und morgenden tags widerum das zweÿte mahl,/ umb eine gnädige connivenz zuerhalten, das übersendte bögen/ möchten grundig getrukt werden, könte es aber nit zuwegen bringen/ aus folgenden gründen. 1. Seÿen freilich groß und einem ganzen Schwei-/zerland sonderlich unserer Religion nachtheilig die dißmalige factionen,/ rupturen, sclavereÿ, etc. und were zu wünschen das daß gegenwertige möchte/ beÿgelegt, und ein größeres unheil verhütet werden. 2. seÿe freilich zu/ loben M. hg. hr. Eidt. und pundtgenößischer vatterländischer Eifer, und/ welcher allein, so er innert den schranken bleibe, Ihne von Gott und der welt/ genugsam excusire, es möge gehen wie es immer wolle; und were zu wünschen, das andere hr. Patres und Fratres auch einen gleichen fervor/ bezeugten. 3. seÿe wol zugewahren, das solche verbässerungen/ eines in gefahr und dissolution stehenden standes nit könne getrieben/ werden von einem allein, und sonderbar nit von einem hr. Pastore,/ deme zwahr obligt auch in gemein zusorgen vor, das gemeine beste des/ vatterlands, ins besonder aber seiner anvertrawten gemeind zeitliches/ und ewiges heil vor befohlen zu haben. 4. könten dergleichen entreprises,/ die Mh. hg. hr. vorhat, ob sie wol an sich selbs loblich, redlich und/ vatterländisch beÿ dergleichen conjuncturen zu übelem end, ia zu un-/glück des compromissen selbs ausschlagen 5. Seÿe der status politicus/ gemeiner Lobl. 3. pundten denen diß fahls oblige vor die ruw des/ vatterlands zusorgen, und durch heilsame uninteressirte rathschläg ent-/weders selbs ein wankendes land zu unterstuzen, oder die vermitt-/lung suchen beÿ verbündeten potenzen. 6. wann auch diser weltliche/ Stand selbs intrigirt were, und aus disen oder iennen ursachen gleichsam/ lieber wolte mit offenen augen dem untergang des lands zusehen, als/ durch zwischen kraft frembder verbündeter orthen helfen zu laßen, so/ seÿe ein ministerium verpflichtet die armen Seelen ihrer anvertrauten/ herden nit so mit blinden augen und läßen händen zu übergeben dem raub der feinden, oder aufopferen zu laßen dem caprice der großen/ des lands, sonder vor selbige wachen sorgen, ia ein es könne die gefahr und/ elenden zustand vorstellen ein denen verbündeten Ständen; diß aber müße/ geschehen junctis viribus totius Ministerij. Sonst könte und würde man nicht/ ungeladen kommen: Ja es sein vil unter uns, die sich verwunderen, das/ beÿ so gestalten sachen die vermittlung der beiden Ständen Zürich und Bern/ von gemeinen Lob[lichen] 3. pündten noch nit seye gesucht wor oder effectuirt/ worden, da man dahin persuasion sehe, diß müße droben bereits/ beschloßen worden sein. 7. Könne man nit wol permittiren, daß/ dergleichen Schrifften allhier getrukt wurden, umb böser consequenzen/ willen, so etwann daraus möchten entstehen; wie oben bereits zum theil/ angedeutet. Ich bitte indeß, den obersten Regenten Himmels und/ der Erden, daß Er selbs vor sich wache, und die causas secundas/ alle also dirigire, daß sie müßen operiren zu Seiner hohen ehre,/ zu preisung seines allerheiligsten Namens, zu gemeiner ruw des / vatterlands etc. Sende hiebeÿ 8 Exemplaria von meiner Epistola/ invitatoria, 4. teutsche, und 4. Lateinische, umb solche anderen hr. curiosis/ zu communiciren, nebst insinuation des fleißes, wann mehrere desiderirt/ werden, so bitte mir zu befehlen. widerum sende zugleich die zweÿ/ aufgesezte Schreiben, mit vermelden, das solche niemand anders als/ gedachten hr. Burgermr sein gezeiget communicirt worden. verbleibe sonsten/ nebst herzl[icher]. empfehlung in des höchsten Schuz.

ID 18057

Leonhardi an Scheuchzer, 22.12.1699

Auß hr: Petri de Juvaltis, pfarrherren zu Stul, im Bergüner Gericht,/ schreiben vom 29. 8bris hab ich diesen bericht-

A° 1696, umb eingehenden Augsten: alß der Hirt, Barthol: Alegro/ von Ponte, in Plurser jurisdiction, auff den berg Foppatsch, Stulser-/Alp mit den Kühen fahrete, gieng er auff des Bergs spize, allein,/ und fand daselbsten einen grossen tieffen boden (ün grand Fopp)/ und in dem selbigen ein eingewickletes, von dem schein der Sonnen/ roth scheinendes, und sich nichts bewegendes thier, also daß er/ sich dem selbigen genäheret; da er aber nach hinzu kam, richtete/ sich selbiges auff und wicklete sich auß; dessen länge war ungefehr/ von 2. ellen; dessen kopff wie einer Katzen kopff, doch nicht so hoch,/ aber haarächtig, und roth, mit glänzenden augen; dessen halß wie/ ein weise fäsche; füeß hatte es keine, aber an statt der füessen/ squames wie die fisch; die zunge wie einer schlangen, oder wie ein pffeil;/ der halbe hindere theil war wie eine schlange, der Schwanz/ dopplet wie 2. sprößlein, oder 2. pffeil; (dergleichen thier, oder Drachen, Draguns, wie die Einwohner sie nennen; sollen auch vor/ 20. jahr gesehen worden seÿn). Da der Hirt darob erschrocken/ fliehete kam ihme das thier nach wie ein pffeil, doch wegen/ eines hügels hatt es nicht, gar zum hirten gelangen können; auff/ dem hügel, ganz rasend sich hin und her welzend, wurde es von/ dem Hirten (welcher eine geladene büchs beÿ sich hatte und im/ schiessen wol erfahren war) geschossen, und getroffen, doch bleibte/ es nicht grad tod; sonder schiesete noch biß nach an den/ Hirten zu, also daß es nicht gieng noch sprang, sonder wie/ ein pffeil von einem ort in das ander schoß; da wurde es/ mit steinen gar getödet, und nach verfliesung 3. tagen/ von anderem ungeziffer consumirt.----

4 paragraphs omitted.

ID 18058

Leonhardi an Scheuchzer, 10.01.1700

Habe nicht eher gelegenheit gefunden die den 18. dises in meinem letsteren/ versprochene antwort zu senden. – Berichte hiemit daß ich seithero auch dero/ werthestes vom. 16 dises wol erhalten. Hoffe underdessen habe Mhghr: D.r 2./ getruckte beschreibungen vom Fidriser und Ganÿner bad, von ihr Ehrw: hr: pfhrn: / Gilardonio wol empffangen.-

Second paragraph omitted.

4 paragraphs omitted.

ID 18059

Scheuchzer an Leonhardi, 15.01.1700

Auff M. hg., hr. beide letstere sehr angenehme antworte diß-/malen in so obligeenten und danckbezeugenden terminis als ich immer kan,/ so wol vor neu communicirte observationes, als schleunige recommenda-/tion dißes geschäffts an andern hr. Patres und Fratres, von speciatim/ an hr. Jac. Picenini Ehrw. pfarrer zu Soglio, von deme diser/ tagen zwahr brieff erhalten, aber noch niemalen die verlangte/ Pietre di Dair, bekommen, wiewol solche an mich abgesandt sollen worden/ sein. So bitte auch hrn. Petro de Juvaltis Ehrw. Pfarr[er] zu Stul eine/ speciale danksagung abzulegen vor die ungemein curiose histori eines/ drachen, und hr. Martino Nicolai Ehrw. pfar. zu Fillisur, vor die/ preparation des Terpentins. Wann von der hr. Doctorum Beli und Abyss/ hinterlaßenen Erben oder observationes etwas aus zu bringen, so bitte/ meiner allzeit eingedenk zu sein. Was die Reise anbetrifft sie in und durch die pundtnerische Alpes, könte selbige gar leicht reussiren, wie ich dar-/zu ein ungemein lust hette, sond hoffte sonderlich durch M. hg. hr. und/ hr. Piceninos sowol als etwann andern curiosos den aditum zu erlangen/ zu einten und anderen observationibus. Vorhero sende dise 2 duzet Exemp-/laria chartæ meæ invitatoriæ, umb selbige nach belieben denen liebhaberen/ zu communiciren. Übrigens bitte den höchsten, das er in disem ange-/trettenen neuen und vilen könftigen Jahren hindurch M. hg. hr. mit/ geist- und leiblichen gaben reichlich übergieße, mit neuer krafft aus/staffire, seiner anvertrauwten gemeind erbauwlich vorzustehen, ia auff/ das ganze land mit guten vatterländischen rathschlägen auffzurichten und/ zu unterbauwen etc. Verbleibe indeßen nebst nochmaliger herzli[cher] empf./ in des höchsten schuz

ID 18060

Leonhardi an Scheuchzer, 27.01.1700

Den bericht des empffangs seines werthesten vom 5. hujus, habe den 15. von hier versendet;/ jezunder berichte die außtheilung der 2. dozet exemplarien. – ut sequitur – / den 16. dem Hochgel: hrn: Decano 6. exemplaria, für Tusis, Heizenberg, Tumschleg, und/ Sawien – die er ordenlich außtheilen wird – deren nichts zu zweifflen.

Second paragraph omitted.

3 paragraphs omitted.

ID 18061

Leonhardi an Scheuchzer, 29.01.1700

Eher alß ich disen brieff zu versenden gelegenheit gefunden, komt mir ein schreiben/ von hrn: Simler, vom 13. dises, welches meldet er habe das gebätt alsobald in die/ Censur gegeben, aber von einem hrn: derselbigen rund abschlegige antwort soliches zu/ trucken, mit disen ernsthafften (ich sage aber: lästerlichen) worten: Es seÿe ein/ vergifftiges gebätt: hören müssen. Darüber ich nicht wenig bestürzt, für ein/ mal, nichts anderst sagen kan, Alß Gott bitten daß er solichem lästerer/ seine lästerung vergeben wolle, weilen er nicht weißt was er redet – und/ weilen er, meinem beduncken nach, einen vergiffteten magen, und vergifftete/ gedanken muß haben, deme alles vergifftet vorkomme: doch wil ich an-/dere unparteÿsche, gottselige, warheitß-liebende gemüther urtheilen lassen./ Beineben aber bitte ich auch Mhghrn: D.r und durch ihn ihr Wßht. und Gn: / hrn. Burgerm:r Mejer, wie auch ihr Hochw: und Excell: hrn: Antistitem/ und hrn. pfhrn: beÿ dem fr: Münster, demüthigist, Sie wollen nicht so vil/ meine, alß aber Gottes ehre retten; und eintweders mich, wann ich gifft /im gebätt gemischlet; oder einen solichen lästerer der das jenige was/ mit dem wort Gottes, und mit der warheit und erfahrung übereinkomt,/ und zu Gottes ehre und gemeine erbauwung, unparteÿsch (wie Gott weißt)/ gerichtet ist, vergifftet nennet, nach verdienen abstraffen lassen.

Second paragraph omitted.

ID 18062

Scheuchzer an Leonhardi, 29.01.1700

Aus ihrem letsten sehr angenehmen vom 31. Xbris vergangenen Jahrs habe abermahl ersehen müßen gewiße Merckzeichnen Seiner/ gegen mich tragenden unverdienten affection, welche auff alle weiß und/ weg werde suchen zu unterhalten. Seiner in disen eigennüzigen zeiten ganz/ ungemeinen begird dem publico zu dienen, weßwegen ich mich in meinem/ herzen erfreuwe, als das ich gleiches propos mit hindansezung auch meines/ eigenen interesse habe, seiner zu dem ruhstande des pundtnerlands/ vortrefflich quadrirenden rathschlägen, welche der höchste segnen wolle! Ich sehe in sonderlichen obligationen, das M. hg. hr. belieben wollen/ mein dessein hin und wider guten freunden und herren durch bekant/ machung zu recommendiren. Hoffe durch solche kräfftige addresse und/ häuffig einkommende observationes bäldest das fundamentmateri zu vor-/habendem werck auff zu bringen, und mit der hilff Gottes, deßen grund/ diß sein, einen vesten stein loco fundamenti zu legen. Werde sowol/ pro publico, als vor mich selbs zu allen reciprocirlichen diensten obligiren./ Was,unter anderem zukomt von curiosen crystallis, bitte fleißig pro me zu osserviren. Werde mit gelt oder verlangenden büchern darvor/ dankbar sein {Erinnere mich in/ einer reiß durch/ Pündten eine zimliche/ quantité crystallen/ gesehen zu haben beÿ/ einem wirth zu/ Tavetsch. Desiderirt/ sonderlich diejennigen/ so etwann an figur/ farb, oder contentis/ curios weren.} - Von hr. Pfr. Gilardonio habe zu vernugen/ die zweÿ descriptiones vom Fideriser und Ganyers bad empfangen,/ und werde davor auch heut per literas meine obligation bezeugen./ Hoffe die 2. duzet chartæ invitatoriæ so vor 14 tagen über-/sendet, werden wol einkommen sein. Nun folget ein begertes/ exemplar Historiæ Naturalis Helveticæ. Bitte die darinn sich befindende/ Rhætica, so offt zimlich unbegründt sein, eintweder zu corrigiren/ oder confirmiren. Neulich habe zu lesen bekommen ein von/ M. hg. hr. vortrefflich aufgeseztes gespräch dreyer reisenden/ welches mir sehr wol gefallen; wunschte auch die zweÿ letste/ an daßelbe getrukte bögen, darann einiche specialia sollen/ enthalten sein, zu sehen. Was die Mediation betrifft Zurich und/ Bern zwischen dem Gottes-pundt und der Statt Chur, darvon ist/ meines wißens noch nichts eingelanget. Wir haben diß-/mal auch ein zimlich weit außehend geschäfft vor uns, in deme die österr. Regirung einiche der Statt Stein verpfändete dörffer/ auff könftigen 8ten hornung auffkündet. Wie es ablauffen werde,/ stehet zu erwarten. Ich verbleibe nebst herzlich. empfehl. in des höchsten/ schuz

ID 18063

Leonhardi an Scheuchzer, 13.02.1700

Gester habe die Historiam Natur[aturalem] Helv[etiæ] Wagneri (für weliche höchsten danck sage)/ mit Mhghrn: D.ris werthesten schreiben vom 19. Jan: zu recht erhalten, obiter durchgelesen,/ und volgende sachen observirt

Second paragraph omitted.

18 paragraphs omitted.

ID 18065

Leonhardi an Scheuchzer, 18.02.1700

Dies diem docet. Die Historiam natur[alem] Helv[etiae] zu anderen, und Mhghrn: Doctrischartam/ invit: zum zwölfften oder dreizehenden mal überlesende, habe volgende sachen zu/ annotiren observirt.

Second paragraph omitted.

13 paragraphs omitted.

ID 18066

Leonhardi an Scheuchzer, 23.02.1700 Beilage Beilage Beilage Beilage

Ich warte mit verlangen auff eine antwort des hrn: Redingers auff mein/ schreiben vom. 3. hujus: und hoffe Mhghr: D.r habe auch mein schreiben vom 8./ wol erhalten. Seithero habe beÿ einer nachmahligen überlesung der Historiæ/ natur[alis] Helv[eti]æ nur dises zu annotiren observirt -

Second paragraph omitted.

8 paragraphs omitted.

ID 18067
2
Briefbeilage(n)

Scheuchzer an Leonhardi, 06.03.1700

Ich laße mir die jezt versirende pundtnerischen negotia so ange-/legen sein das heute deßwegen die Ehr hatte aufzuwarten beiden/ Dn. hr. Burgermeisteren. Von welchen vernommen, das gestern abends/ ein antwortschreiben eingelangt von dem Lobl. Stand Bern, mit/ in welchem enthalten gleiche preliminar meinung des allhiesigen Stands, und/ dene also überlassen wird die antwort an sämtliche 3. pundten/ auszufertigen, ohngefehr in dem tenor, wie jüngst berichtet habe. <-->/ Wegen der Titulatur, und addresse an hr. pundts directorem dörfte/ es wol dissentiones abgeben. Ich wünsche von herzen glucklichen success/ der verrichtungen. Beÿ anlass das Synodi werdebitte auch das geschäfft/ der Historia Naturalis denen herren Patribus und Fratribus bester maßen zu recommendiren. Herren Lindinger wil ich dahin halten, das er mit/ Exemplaribus Hist. Nat. Wagneri hinkomme. Kommet m. hg. hr. nacher Zürich so/ bitte ohnfehlbarlich beÿ mir die einkehr zu nemmen. Verbleibe sonsten nebst/ herzl. empfehlung in des Höchsten Schutz

ID 18068

Leonhardi an Scheuchzer, 19.03.1700

Wie hoch ihme Mhghr: D.r die pündtnerische negotia angelegen seÿn lasse,/ habe auß dessen werthesten vom 24. Febr: widerum ersehen; darfür schuldi-/gisten danck sage, und zu continuiren bitte – Im geschäfft der Historiæ/ Naturalis, thun auch das meinige, best möglichkeit – bin den 4. dises gen/ Schambs kommen, mit hrn. Molitor Mollitore mehr alß ein paar stund über/ diese materia (weilen in Schambs so vil curiosen sachen, in balneis, mettal-/lisque alß in einen ort zu finden) geredt, und ihn excitirt, daß er mir ver-/sprochen in 14. [Tagen] oder 3. wuchen 2. oder 3. bogen von allerhand curiosen sachen (von/ reliquiis diluvij – von übergüldten zähnen der Gamßthieren so von/ gewüssen felsen lecken, etc: etc:) zu communiciren ---

Second paragraph omitted.

3 paragraphs omitted.

ID 18069

Leonhardi an Scheuchzer, 19.04.1700

Bitte umb vergebung daß ich jezunder etwann 1. monat wenig/ observationes übersendet – die ursach ist, daß in in der zeÿt, einer anderen materi, de Conscientia, tag und nacht nachgesinnet, den/ Perkinsium und Amesium wol durpläteret, und etwann 7. oder 8. bogen von bedeuteter materi zusammen zu schreiben gerüstet habe –/ Quod ingenuè et sincerè Excell[enti]æ V[ostrae]æ in aurem dico; mit bitt, wann/ sie etwann einen oder den anderen (über die obberührte) authoren {vel <…>}/ wüssten, oder durch hrn: pfhrn: Zeller, oder hrn: Antistitem erfahren könten, der/ piè et nervosè hiervon geschriben hatte, mir solichen umb die gebüh-/rende bezahlung zukommen zulassen – Dann hier im land kan ich biß–/shar keine andere Subsidia haben, ob ich schon nacher Tusis und/ Chur denen hrn: Patribus et fratribus deßwegen geschriben–

Second paragraph omitted.

2 paragraphs omitted.

ID 18070

Leonhardi an Scheuchzer, 26.04.1700

Hoffe mein schreiben vom 8. dises seÿe wol überlifferet; / welches hiemit bestättige. Hr: Schucan schreibt mir vom 9. hujus / dises: Heri accepi fasciculum chartaceum – etc.: so die gebätter weren;/ wird beÿ deren distribuirung der Historiæ Natur[alis] nicht / vergessen werden. Den 12. dises habe meinen Gewissenßwe-/cker von hier an hrn: Dec: Grass versendet, mit bitt,/ (octiduo interlapso) selbigen an Mhghrn: D.r zu senden-

Second paragraph omitted.

ID 18283

Scheuchzer an Leonhardi, 29.04.1700

Auf Ihr angenehmes vom 8. dit. diene diß wenige zur ant-/wort. vorhabende materi de conscientia ist in disen letsten gewißenslosen zeiten/ höchstnothwendig, und aber ist hiervon an tag kommen ein vortreffliches/ opus, in deßen Titul die veste burg eines guten gewissens, oder,/ ein Tractat handlend ins gemein von des gewißens natur, würkungen,/ ämpteren, und nuzbarkeiten, insonderheit aber von der natur eigenschafften/ unterschidlichen gattungen, fürtrefflichkeit, nothwendigkeit, nuzbarkeit, und glück-/seligkeit eines guten gewissens, Item von denen kennzeichen daselbige zu/ erkennen. Von denen kraftigen bewegungsgründen ein solches zuerlangen. Von/ deren ohnfelbahren mittlen dasselbige zu behalten, anfänglich in Engelländischer/ Sprach beschrieben durch Johann Scheffield, predigern zu London, aniezo/ aber in die teutsche sprach, übersezt von Wolfgang Christen predigern/ zu Roggweil in der herrschafft Bern, Basel 1675, 8o. Der inhalt/ des buchs ist folgender {dieses buchs innhalt und Titul habe wollen hierinen, damit M. hr. hr. dero beßer sich in dise materi richten, und die verhandlung / darnach einrichten könne, wann das buch selbst gefällig will ich es/ trachten beÿzuschaffen}. von hr. Molitor habe dißere wochen/ observationes erhalten, die mir ganz wol gefallen, und ansehen, wiewol deren verschiedene sein, von welcher gewißheit ein mehrers von ihme erwarte:/ Ob die hohe mediation zwischen den Ständen der Pündten einen fortgang habe,/ kann k noch nit erfahren, weilen von zweÿen übrigen pündten noch nichts einge-/laßen. Es sein dißße mediations sachen auch movirt worden auff jüngst gehal-/tener Evang. conferenz zu Arau, und wie ein fliegende zeitung gehet, haben die hr. von Bern alsobald wollen jemand absenden nacher pündten, die media-/tion anzuheben, Zurich aber nuper die dilation eingerathen biß man darzu/ von gemeinen 3. Ständen geladen werde. Die Exemplaria des gebätts belangend/ sollen ohngefähr 1000 Exemplaria dasselben nacher Chur gesendet werden/ sein an herrn Alberth in Chur, nebst noch zweÿ Exemplaribus Historie/ Helvetiae Wagnerianae, mit bericht, solche mir zu [w]issen bis auf mn. Hr hr./ ordre. die übrige bis auf 2000 hat hr. Redinger sich resolvirt/ beÿ mir in ver- wahrung zu legen biß auff fernere ordre m. hr hr /ist aber noch nicht prestirt. Verbleibe nebst herzli. Empfehlung in des höchsten schuz

ID 18071

Scheuchzer an Leonhardi, 06.05.1700

Ihr angenehmstes vom 15. hujus habe zu guten vernugen er-/halten, samt eingeschlossenem vortrefflich auf gestiften gewissens/ weker, welchen ohnversaumt hr. Antistiti Klinglero, und Hr. pfr./ Zellero übersenden wird: Indessen habe vor 8. tagen in einem ant-/wortschreiben meldung gethan von einem Tractatu de Conscientia / einesde Mons Scheffield. Politica betreffend, wird die mediation/ weil sie von gemeinen 3 pündten angenommen bald vor sich gehen, in/ deme man ihnen selbige zugesagt, und Ihnen auch so wol denomi-/nationem loci, als mediatorum überlaßen. Beÿ uns stehen die/ sachen auch nit gar wol, und sollen sich laut frischer courrier von/ Stein zimmlich vil Österreichische völker umb Ramsen herumb-/ sehen lassen. welches villeicht unseren Magistrat veranlassen wird/ ihre frontieres auch mit völkeren zu besezen. Man hat desswegen/ auf heut versamlet Rat les deux cent. verbleibe nebst herz.

ID 18072

Leonhardi an Scheuchzer, 06.05.1700

Die exemplaria Historiæ Wagneri habe wol bekommen,/ selbige schon guten hrn: und Fautoribus zugesendet, und werde/ trachten in das künfftige fleissiger, als jezunder etwas/ zeÿt geschehen, Mhghrn: D.ris lobliches dessein, best möglichkeit,/ zu fürderen.

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ID 18073

Leonhardi an Scheuchzer, 13.05.1700

Ihr höchstangenehmes vom 20. Apr: ist mir wol überlifferet./ Den einschluß an hrn: Molitorem, habe durch hrn: Wedrosium versendet./ Ich erkenne mich E: Excell: hoch obligirt für die, mit der auß-/sezung des titels und Inhalts des vortrefflichen wercks des hrn:/ Joh: Scheffields, angewendete mühe: verhoffe sie haben un-/derdessen meine Scripta de Conscientia, wol erhalten; weilen/ hr: Dec: Grass mir schreibt den 20. Apr: soliche an hrn: Schucanum/ versendet zu haben. Bitte sie wollen meine Scripta ein wenig/ reflectiren, und so sie vermeinen daß noch etwas das den/ hochnothwendig seÿen für den gemeinen Mann (nach dessen/ capacitet ich mich gerichtet, und deme ich insoderheit soliche geschriben,/ nicht aber den Gelehrten; dann ich bin nicht ein Prediger zu/ London, sonder im Rheinwald) auß des Hrn: Scheffields/ außzuziehen, und meinen Scriptis zu inseriren, mir das/ buch, gegen und umb die bezahlung, zu senden, so wil ich die mühe geren anwenden.

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ID 18074

Scheuchzer an Leonhardi, 15.05.1700

Auf Ihr zweÿ werthste, so beide den 25. Apr. datirt/ diene diß zur antwort. Hr. Molitori habe auf seine/ eingebrachte observationes d. 10 Apr. geantwortet, ihne ersuchende/ mit seinem fleiss fortzufahren, wie ich ihn auch aller reciprocirlichen/ diensten versicheret. Dein Tract. de Conscientia belangend, ligt solcher/ dißmal beÿ hr. pfr. Zeller. hr. Antistes Klingler renvoyrte Ihne, mit ver-/melden, er habe diß mal sein zeit, werde ihn aber nochmal hinsenden./ Denen übrigen nominierten hr. Pastoribus und Politicis kan ich theils nit commu-/nicieren, weilen der synodus schon vorüber, theils wil nit weilen es ganz zu beförderung der Rhætischen Sachen ganz unnöthig finde. Hr. D. Picenin/ (der dises briefs lator ist) hat gestern meo nomine Ihr/ Gn. und Whr. Hr. Burger Mr. Meÿer aufgewartet, weilen/ ich selbst umb etwas unpäßlich ware, und den einten brief von verwirrtem dißmaligem fletu Rhaetiae zu lesen übergeben. Sumtus/ typographicus betreffend, wartet hr. R. {(so diser wochen die letstere 150 Exemplaria mir eingehändiget, wil ihn nur zu disposition mh. hg. hr. stehen)} darauf mit grösten ver-/langen. Hr. Chevalier de Salis ist hier durchpasiert nacher Paris, ohne etwas/ abgelegt, oder in commissione hinterlassen zu haben. Hab diß geschäfft auch Hr./ D. Picenino recommendirt; welcher nit alles <…> zu sich genommen nacher Paris zu /schreiben. Die Reise betreffend hieher, sollte es mir eine sonderliche/ freud sein m. hg. hr. beÿ mir zu sehen, mache aber mit Hr. Bürgermr. Meÿer diße distinction, das, wann sie könte anzu/tretten werden nomine Ministerij, nit vergebens sol[l]te sein, wann/ aber allein nomine privato, diß die gute sach vil mehr ver-/böseren dörfte: wann man auch schon andere ursachen derselben/ prætendirte, so weren doch [pre]occupirte gemuther einer anderen/ meinung. Ubrigens wünschte bäldeste dämpfung des in mehr/ und mehr aufsteigenden verderbnus feürs, und völlige und darauf/ folgende völlige ruh, freÿheit und sicherheit etc. Verbleibe nebst herz./ empfehl. in des Höchsten Schuz

ID 18075

Leonhardi an Scheuchzer, 25.05.1700

Ante Synodum (so ultimis Maij et primis junis, σ.Θ. zu Chur wird/ gehalten werden) verhoffe E. Excell: nicht mehr alß mit disem zu beunruhigen. Auff, durch hrn: Dr. Picenini übersendetes schreiben habe/ den 9. dises geantwortet. Wann ihro Hochw. hrn: Antistiti, die/ Scripta de Consca: und auch die den 2. hujus von hier versendete 8. puncten/ mit der erörterung der 5. wichtigen gewissenßfr[agen] communicirt wurd-/den, mit demüthigister bitte soliche doch nur obiter zu lesen;/ were mir sehr lieb; dann er wurde darauß sehen wie unsere/ sachen stehen, und was an unseren Geistl: Stand zu schreiben/ nothwendig were – jetz auff den Synodum, so es nit geschehen./ Was in meinen Scriptis begriffen, können sie sich versicheren/ ich werde alles beweisen, wo und wann mann es ver-/langet: doch wil ich geren besserem rath volgen. Und so/ mann vermeinte daß es besser were von underschiedlichen/ sachen schweigen: wil ich auch volgen; insonderheit so mir/ anlaaß gegeben wurde auff andere weiß der Kirchen Gottes/ zu dienen – alß durch einsamlung einer Collect für/ die hülffßbedürfftige Kirchen- worfon vor disem weit-/läuffiger. Da dann meine gedanken von anderen sachen/ abgezogen, und einzig dahin wurden geleitet werden. Welches/ hiemit E. Excell. und durch sie, so sie rathsam befinden, ihro Wßhr./ und Gn. hrn. Burgerm.r Mejer, mit gehorsamsten respect/ bedeutet wird. Fiat voluntas DEI! cui nos commendando / commendo, et permaneo

ID 18076