Mein Hochwerthister Herr und Patron! Pro Cla-/rissimâ transcripti casûs resolutione, wie auch
beÿ-/gelegtes Pulver, erstatte underdessen, bis auoff dankh-/bahriste bezahlung, wiewohl nit gnugsamen, doch/ höchstmöglichisten Dankh, mit abermahlig-gehorsamst/ Bitt, 1mò Wie eben dises Pulver zugebrauchen? Ob/ zuschnupfen? oder in den Magen einzunemmen? Unnd/ wie offt? oder wie will auff einmahl? Dan ich solches/ wegen
meiner ohngschikhtligkeit aus dem brieff nit/ abnemmen khönnen. 2dò ob nit das vesicatorium hinder/ Den ohren wüorde mögen gesechen werden, oder eine/ merkliche maasen hinderlassen? So mir, der ich/ der Patient selbst bin,
wegen geschornem kopff nit wohl anständig. 3tiò belangend die
S[alva]V[enia] fontanellen,/ Wollte ich gern die einte lassen auff den fuess setzen, wan/ ich nur weiss, auf welchen?
und wozu gegen? Wirdt/ ia durch verschliessung der einten auff dem armb, khein/ übel zu beförchten seÿn? 4tò tabac hab ich kheinen/ gerauchet (sonder
schnupfe nur) khönnte auch solchen./ Wegen daraus entstehend – und sonst habenden allzu-/grossen schwachheit des haupts noch jez zur zeit nit gedul-/den. Niess-tabac hab ich
von langer zeit hero auch/ kheinen mehr gebraucht. Gentian-Pulver wirdt aus der/ Apothec, oder von Ihro Excellenz zubekhommen seÿn. Soll/ es noch neben anderem schnupf-pulver
gebraucht werden?/ 5tò Unser Pfeffers-wasser betreffend,
hab ich solches/ mehrmahlen im Closter, unnd beÿ der quellen getrunken, und geschnupffet, sambt dem
stillicidio; allein/ khein sonderlichen effect jemahlen verspühret,/ alls das es mir einstes auff gar lang – unnd/
villes schnüpffen rechter seÿts der nasen vill schwartz-blu-/tige materi gezogen; so vill monath hindurch/ Währete, unnd aber nur ein böses
phlegma/ aus dem geblüt muss gewesen seÿn,
massen/ sich solches nach unnd nach verlohren, unnd durch in den/ Magen eingenommenes krebs-augen-pulver/ gänzlich aufftröchnen lassen. Nach disem hat sich/ der mucus bis noch
jetzund auff rechter seÿten der/ Nasen allzeit saüberer, alls auff linkher seÿten/ erzeiget. Ich hab vor disem auch andere starkhe/ liquores schnüpfen müssen sonderlich aus
Rath eines gewüssen Herren Medici, vill ungarischwasser (weilen Er/ vermeinte, es wäre ein ozoena [ozaena], so aber
andere herren/ Medici widersprochen, weilen ich einmahlen einigen schmertzen/ verspührte). Aus welchem so starkhem schnupfen dan/ villeicht erfolget, das was sonst das haupt
stärkhen sollte/ mir jezunder zu vehement, unnd nur mehrere schwachheit,/ unnd confusion verursachet. Vor 3. Jahren hab ich/ von gross damahl
getrunkhenem baadwasser in dem/ leib grosse alt hitz verspühret, und circa præcordia ein/ schmertzhafftes khlimmen, unnd stechen, so etlich wochen wäh-/rete, endtlich sich setzte, meistens auf einige glass-/voll täglich getrunkhenen saurbronnen S. Maurizen, so/ mich wider trefflich abküehlte (sonsten hab ich noch/ ein – unnd ander
mahl gantze sauerbronnen-Curen gemacht,/ so mir in dem leib zimmlich wohl machten; in dem haupt / aber, unnd nasen kheine er besserung, so vill ich
merkhte,/ versursachten). förchte allso, unser baadwasser möchte/ mir widerumb zustarkh, und zu hitzig seÿn. Ich bin/ vor 3. Jahren, khurzweÿl halber, nur eine stund lang/ in
das baad gesessen, hab gleich dahero in dem Ruggen/ auff 2-3-täg lang grossen schmertzen empfunden. Darneben/ khan ich sonst nichts von hitzigen Medicamentis, speis, unnd trankh, nichts von sauer- unnd rauwen etc. sachen erleÿden/ ertragen,
verursachen mir in dem haupt, wie schon neü-/lich verdeüthet, gross – und lange blödigkeit. Wan/ aber vor solchen dingen mich wohl schone, khan ich/ in meinen studiis, unnd zimmlicher geschäfften zimmlicher/ massen fortkhommen. Eins sonderbar wollen Ihro/ Excellenz erlauben zufragen: woher khombts, das/ wan ich zu nachts nit
mit gantz verschlossener nasen/ schlaffe, ich alls dan des tags gl in dem haupt gantz/ blöd, confus, ohne gedächtnus, zu all- meinen func-/tionen
nichts nutz bin? Vielleicht von allsdan in der/ Nasen völlig aufftrochenend-und zusamen bachender/ materj? (welches zwar in der Jugend mir noch/ khein blödigkheit in dem haupt
verursachte; allein/ War ich dazumahlen auch noch nit gewohnt, mit ver-/schlossener nasen zuschlaffen, wie jetzund; und allso/ vel unica interruptio consuetudinis solche altera-/tion verursachen dörffte) oder weilen allsdan/ Die hitzen gar zu starkh in das
haupt schlagen? oder von gar üblen Dämpffen des Magens, welche, wan die/ nasen nit verschlossen,
nit khönnen durch den Mund expi-/rieren, sonder in das haupt hinauffschlagen? Ge-/wüsslich, je mehr die Nasen beÿ tag, unnd sonderlich / beÿ nacht verschlossen, ie mehr
purificiert sich die/ Dikhe grüner Materj, unnd verliehrt umb etwas/ den üblen geruch. Ob aber dises allein durch den Mund/ athem- schöpffen der brust, oder anderen innerlichen
theilen/ etwas schaden möchte, weiss ich nit; diss allein erfahre/ ich, das ich danachen alle morgen den Mund voller schleim/ habe mit blutiger farb,
wie auch die saliva .
Second paragraph omitted.
1 paragraphs omitted.